Grüne warnen vor Klimaschäden durch illegalen Müll

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt warnen vor einer immensen Klimagefahr der illegalen Mülldeponien in Vehlitz und Möckern und weisen auf eine Finanzierungsmöglichkeit für die Sanierung hin. "Die Landesregierung lässt den Müll in den Tongruben verfaulen. So entsteht nicht nur Gestank, wie ihn die Bürginnen und Bürger Möckerns in den letzten Tagen bei Südwind riechen mussten. Es entsteht auch Methan, ein 25mal stärkeres Klimagas als Kohlendioxid." erläutert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger.

Die Bündnisgrünen haben berechnet, dass über 60.000 Tonnen Methan aus dem eingelagerten Müll entweichen können. Das entspricht 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid. "Das gesamte Jerichower Land setzt für den Energieverbrauch pro Jahr vermutlich nicht einmal eine Million Tonnen Kohlendioxid frei. Allein diese beiden Deponien verdoppeln die Klimaschäden des Landkreises in einem Jahr. Die Menge entspricht den jährlichen Abgasen von einer halben Million Autos." macht Erdmenger die Dimension des Problems anschaulich. Eine auf der Deponie eingesetzte Fackel vernichtet nur eine kleine Menge dieses Methans, nach Schätzung der Bündnisgrünen höchstens 10%.

Die Schäden lassen sich auch in Geld ausdrücken: Eine Tonne CO2 kostet im Emissionshandel zur Zeit etwa 13 Euro, der Preis war auch bei 25 Euro. Die wahren Schadenskosten schätzt das Umweltbundesamt auf 70 Euro pro Tonne.

Erdmenger: "Wir sprechen also von Umweltschäden in Höhe von über 100 Million Euro. Am Kohlenstoffmarkt erlösbar sind davon zumindest theoretisch 20 bis 40 Million Euro." Die Bündnisgrünen fordern die Landesregierung auf, die möglichen Erlöse aus einem sogenannten Joint Implementation Projekt im Emissionshandel zu prüfen und für die Ausbaggerung der Deponie zu nutzen.

(Zahlen konkretisiert am 3.12.2009)

 

 

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