Was läuft schief im Nahverkehr?
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN machen auf eine Studie der Verbraucherzentralen aufmerksam, die der Regionalverkehrsförderung in Sachsen-Anhalt schlechte Noten ausstellt. "Pro Euro Steuergeld bringt Sachsen-Anhalt zu wenig Züge aufs Gleis und zu wenig Fahrgäste in die Züge. Sachsen-Anhalt kauft nach Angaben der Verbraucherzentrale (VZBV) jeden Zugkilometer mit gut 13 Euro/km besonders teuer ein (Bundesdurchschnitt gut 10 Euro/km). Da die Auslastung der Züge mit etwa 30 Reisenden/Zug deutlich niedriger als der Bundesdurchschnitt mit gut 70 ist, ist auch die Effizienz dieser Mittel gering: Pro Kilometer und Reisenden gibt Sachsen-Anhalt fast 40 Cent aus, der Bundesdurchschnitt hingegen nur knapp 15 Cent," kritisiert die Landesvorsitzende Claudia Dalbert. Um den Ursachen auf den Grund zu gehen, startet sie daher nun ein Online-Forum unter dem Titel "Was läuft schief im Nahverkehr?". Alle Nutzer des Nahverkehrs sind aufgefordert, hier Anregungen zu hinterlassen.
Der verkehrspolitische Sprecher Sebastian Striegel beschreibt die Ursachen der Ineffizienz so: "Wir haben erstens zu spät angefangen, Konkurrenten auf der Bahn bei den Ausschreibungen zum Nahverkehr zuzulassen. Daher fährt die Deutsche Bahn AG manche Linien mit alten Zügen und schlechtem Service. Zudem hat die DB AG viele Nebenlinien, auf denen der Nahverkehr verkehrt, verfallen lassen, was die Züge langsamer macht. Und drittens hat Sachsen-Anhalt es versäumt, attraktive schnelle Bahnverbindungen zwischen den Mittel- und Oberzentren zu etablieren, die Kunden anziehen würden. Die Mehrzahl der Züge fährt heute im Nahverkehr als Regionalbahn, die an jeder Milchkann hält."
Das Online-Forum stellt auch die Aussagen zum Nahverkehr im Entwurf zum Landtagswahlprogramm der Grünen zur Diskussion, der am 18./19. Juni auf einem Parteitag behandelt wird. Es ist zu erreichen unter
http://zumlink.de/nahverkehr