Erster Schritt zu menschenwürdiger Unterbringung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt begrüßen das Vorhaben des Landrats des Landkreises Wittenberg, den Nutzungsvertrag für die Gemeinschaftsunterkunft in Möhlau nicht zu verlängern. In dem Flüchtlingslager sind zur Zeit etwa 200 Personen, darunter viele Familien, untergebracht. Die Grünen fordern seit langem die Schließung, weil die Gebäude in schlechtem Zustand sind und in isolierter Lage liegen. "Die Schließung ist ein Schritt in die richtige Richtung", kommentiert der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger.

Der Landrat hat in einer Informationsvorlage den Kreistag darüber informiert, dass er den Vertrag nicht zu verlängern beabsichtigt. Erdmenger: "Nun müssen Lösungen gefunden werden, um die Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen, nicht nur die Familien. Auch für Alleinreisende ist die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften mental sehr belastend." Der Landrat soll nach Meinung der Grünen dazu die Betroffenen, die Integrationsbeauftragte des Landes und zivilgesellschaftliche Gruppen an der weiteren Arbeit beteiligen. "Die Verwaltung des Landkreises sollte dies nicht allein bearbeiten, denn die Vorbehalte gegen ihre Arbeit sind unter den Betroffenen zu groß", so Erdmenger. Und weiter: "Hier wird das bestehende Recht zum Beispiel bei der Residenzpflicht und der Verlängerung von Duldungen besonders restriktiv ausgelegt. Das schafft kein Vertrauen."