Kernfusion ist keine Option der Energiepolitik

 

Völliges Unverständnis zeigt Dorothea Frederking, Energiepolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zu den jüngsten Äußerungen der SPD-Landesvorsitzenden, die in der Kernfusion eine Option für den künftigen Energiemix sieht. Für Frederking ist die Kernfusion zu weit weg und ungewiss, als dass man diese Technik zum jetzigen Zeitpunkt als alternative Energieerzeugung bezeichnen darf.

"Die Kernfusion zur Energiegewinnung gibt es faktisch nicht – selbst im Labormaßstab sind keine nennenswerten Erfolge zu sehen. Mit einem riesigen Aufwand an Forschungsgeldern wird seit rund fünfzig Jahren an Fusionsreaktoren geforscht und noch immer ist kein Durchbruch da. Die Fusionsforscher selber gehen davon aus, dass frühestens im Jahr 2055 der erste Fusionsreaktor möglich ist, der mehr Energie liefert als hineingesteckt wird. So lange können wir aber nicht warten," erläutert Frederking den Status Quo.

Bis zur Mitte des Jahrhunderts muss aus Gründen des Klimaschutzes und der Ressourcenverknappung ein kompletter Umbau bei der Energieerzeugung vollzogen sein. Bei gleichzeitiger Einsparung und Effizienz können nach Berechnungen der Grünen kann bis zum Jahr 2030 bundesweit die Stromversorgung zu 100% aus erneuerbare Energien erreicht werden. Weitere 10 Jahre sei diese Vollversorgung auch in den Bereichen Wärme und Mobilität möglich.

"Wer bei den heutigen politischen Weichenstellungen auf Technolgien setzt, die es noch gar nicht gibt, handelt unverantwortlich. Im Übrigen ist noch nicht einmal nachgewiesen, ob das Fusionsmaterial Tritium (schwerer Wasserstoff) im Fusionreaktor hergestellt werden kann. Wenn das nicht gelingt, würde man weiterhin die heutigen gefährlichen Atomkraftwerke zur Herstellung von Tritium brauchen. Damit wäre man dann keinen einzigen Schritt vorangekommen," gibt Frederking zu Bedenken.

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