Zurück zur Ganztagsbetreuung für alle Kinder
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßen den Plan von Sozialminister Norbert Bischoff, zur Ganztagsbetreuung für alle Kinder zurückzukehren. "Wir Grünen haben die Einschränkung nie gewollt und den ganztägigen Zugang zu frühkindlicher Bildung für alle Kinder unabhängig vom beruflichen Status der Eltern gefordert", so Landesvorsitzende Claudia Dalbert. Die Bildungspolitikerin mahnt jedoch einen weiteren Aspekt an: "Nach wie vor ist es um die Betreuungsqualität in den Kindereinrichtungen des Landes schlecht bestellt.
Wir brauchen mehr und besser ausgebildetes Personal, um die pädagogische Qualität in den Kitas zu verbessern."
Hintergrund: Experten empfehlen ein Betreuungsverhältnis von drei bis vier Kindern pro Erzieherin in den Kinderkrippen. In Sachsen-Anhalt muss sich im Durchschnitt eine Erzieherin um sieben Kinder kümmern. Damit gehört Sachsen-Anhalt zur Schlussgruppe der Bundesländer mit dem schlechtesten Personalschlüssel. Nur unwesentlich besser sieht es in den Kindergärten des Landes aus. Hier wird ein Personalschlüssel 1:7,5 empfohlen. Demgegenüber weist Sachsen-Anhalt einen Personalschlüssel von 11,7 aus. Dalbert: "Wenn der Sozialminister verschlägt, 13 Kinder von einer Erzieherin betreuen zu lassen, ist dies eine weitere Verschlechterung - für uns nicht hinnehmbar."
Wie in fast allen europäischen Nachbarländern sollte nach Ansicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mittelfristig wenigstens jede fünfte der in den Kitas und Krippen tätigen ErzieherInnen an Hochschulen ausgebildet werden. An den Hochschulen des Landes sollten eigenständige sowie auch aufbauende, berufsbegleitende Studiengänge zur Ausbildung von FrühpädagogInnen entstehen. So könne mittelfristig ein guter Personalmix in der Kinderbetreuung erreicht werden.