"Feldversuch mit hohem Risiko" in der Altmark
Derzeit machen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt zusammen mit der BI "Kein CO2-Endlager Altmark" gegen die geplante unterirdische Verpressung von Kohlendioxid (CCS-Technik) in Maxdorf (Altmarkkreis Salzwedel) mobil. Vattenfall und Gaz de France wollen in ein nahezu ausgefördertes Erdgasfeld 100.000 Tonnen Kohlendioxid aus einem brandenburgischen Kohlekraftwerk endlagern. "Das ist ein Feldversuch mit hohem Risiko und die Menschen in der Altmark werden zu Versuchsobjekten", so Bundestagsabgeordnete Undine Kurth und Dorothea Frederking, energiepolitische Sprecherin des Landesverbandes.
Beide Politikerinnen haben sich ein Bild vor Ort gemacht und in Veranstaltungen ihre Kritik bekräftigt. Kurth: "Niemand weiß, was passiert, wenn das CO2 wieder austritt. Notfallpläne gibt es nicht. Unter den jetzigen Bedingungen ist das Projekt fahrlässig."
Vor dem Hintergrund der jüngsten Initiative der Bundesregierung, die die CO2-Verpressung ermöglichen will, betont Frederking, dass die CCS-Technik keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne. "Die Technik setzt weiterhin auf fossile Energieträger und sei frühestens ab dem Jahr 2020 verfügbar. Bis dahin müssten aber schon große Mengen an Kohlendioxid eingespart sein. Es wäre deshalb unsinnig, wenn die Aussicht auf eine Technologie, die es noch nicht einmal gibt, den Bau von Kohlekraftwerken rechtfertigen würde."
Kurth: "Das Verfahren wäre sehr energieaufwendig. In der gesamten Kette von Verbrennung, CO2-Abtrennung, Komprimierung, Transport bis hin zur Verpressung würde der Wirkungsgrad um mindestens 13 Prozentpunkte auf etwa 35 Prozent sinken. Für eine Kilowattstunde Strom braucht man also wieder mehr Kohle als Rohstoff. Nach Aussagen der Energieversorger würden die Stromgestehungskosten um bis zu 100 Prozent steigen."
Die grüne Bundestagsabgeordnete hat heute zu einer Podiumsdiskussion in Salzwedel eingeladen. Titel: CO2-Lager in der Altmark? Nein Danke! Beginn: 19 Uhr in der Gastwirtschaft "Eisen Carl", Neutorstraße 3-7.