Dicke Luft im Endlager Morsleben: Zweite Belüftungsanlage geht in Betrieb

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Verfüllung erst nach dauerhafter Ausstiegszusage beginnen

In diesen Tagen geht das zweite Abwetterbauwerk beim Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) am Schacht Marie in Betrieb. Dorothea Frederking, energiepolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: “Mit dieser Anlage werden weitere Fakten im Hinblick auf ein Stilllegungskonzept geschaffen, das durch das Planfeststellungsverfahrens noch nicht genehmigt ist."

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gilt: Selbst wenn im Ergebnis des Planfeststellungsverfahren die Verfüllung mit Salzbeton entschieden wird, darf mit der Verfüllung erst begonnen werden, wenn das letzte Atomkraftwerk vom Netz ist. Frederking: “Achtzig 80 Prozent des schwach- und mittelradioaktiven Abfalls in Morsleben stammen aus Atomkraftwerken. Das jetzige Gefeilsche der Bundesregierung um längere Laufzeiten von Atomkraftwerken zeigt, dass sie sich an einmal getroffene Vereinbarungen nicht gebunden fühlen und immer noch mehr gefährlicher Müll produzieren werden soll. Das darf nicht sein! Weltweit gibt es noch nicht einmal eine einzige Entsorgungsmöglichkeit für hochradioaktiven Abfall. Deshalb darf mit der Verfüllung erst begonnen werden, wenn es eine dauerhafte Ausstiegszusage der Atomwirtschaft und der Politik gibt. Gerade Morsleben ist aufgrund der fragwürdigen geologischen Struktur für eine Endlagerung ungeeignet. Ein vorzeitiger Verschluss würde die Bevölkerung hinsichtlich der Entsorgung in falscher Sicherheit wiegen.“

 „Da rund 80 Prozent der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus Atomkraftwerken stammen, müssen die Energieversorger angemessen an den Stilllegungskosten beteiligt werden,“ ergänzt die Landesvorsitzende Claudia Dalbert.

„Entscheidend ist, dass die sicherste Lösung für den strahlenden Abfall des ERAM gefunden wird. Deshalb muss auch die Rückholbarkeit ernsthaft als Alternative geprüft werden. Erkenntnisse, die bei dem aktuellen Rückholungsvorhaben in der niedersächsischen Schachtanlage Asse gewonnen werden, müssten auch für die atomare Altlast Morsleben genutzt werden,“ so Frederking.

Hintergrund

In diesen Tagen geht das zweite Abwetterbauwerk beim Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) am Schacht Marie in den Probebetrieb. Der Dauerbetrieb soll zum Jahresende folgen. Mit diesem System soll eine Verbesserung der Luftqualität erreicht werden. Frederking erläutert: “Eine gute Bewetterung ist erforderlich, um Mitarbeiter und Besucher möglichst wenig mit luftgetragenen radioaktiven Stoffen zu gefährden."

Prof. Dr. Claudia Dalbert
Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Sachsen-Anhalt