Sicherheitsproblem ungelöst
Mit Erleichterung nehmen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt zur Kenntnis, dass die Bundesregierung gezwungen ist, ihre Pläne zur Atommülllagerung zurückzunehmen. Es sei auch zu absurd, privaten Unternehmen die "Entsorgung" von strahlendem Müll übertragen zu wollen, so Claudia Dalbert, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. "Die Bundesregierung ist nun erneut aufgefordert, die Menge des Atommülls so gering wie möglich zu halten und die Atomkraftwerke alsbald abzuschalten."
Dorothea Frederking, energiepolitische Sprecherin, betont die ungelöste Endlager-Frage am Beispiel Morsleben in Sachsen-Anhalt. "Schon jetzt hat das ERAM (Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben) viele Probleme, so etwa Wasserzuflüsse. Die Stilllegung ist bei der unübersichtlichen geologischen Struktur und den vielen Bohrlöchern eine sehr komplexe Aufgabe, die mit äußerster Sorgfalt erledigt werden muss."
Claudia Dalbert: "Niemand kann seriös einen Langzeitsicherheitsnachweis von einer Million Jahre machen, der allein auf Modellrechnungen beruht. Niemand weiß, welche Kultur hier in Zukunft leben wird. Dass der Irrwitz mit Endlager in privatwirtschaftlicher Hand in die politische Debatte kam, bestätigt uns in der Forderung, dass die Produktion von immer mehr atomarem Abfall gestoppt werden muss, indem die AKW´s wie vorgesehen abgeschaltet werden."