Rückschritt in der Energiepolitik
"Im Energiekonzept, das morgen das Bundeskabinett verabschiedet werden soll, ist der Sieg der Lobbyisten für Atom und Kohle deutlich herauszulesen. Von ernsthafter Absicht für mehr Klimaschutz ist nichts zu merken. Auch für Sachsen-Anhalt dürften die Pläne ernste Folgen haben", so Claudia Dalbert, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Da weiter auf Braunkohle-Abbau gesetzt werde, der `klimaneutral´ geschehen solle, gehe dies mit einem Pushen der CCS-Technik einher.
Dalbert: "Diese Technik setzt auf fossile Energieträger und ist frühestens ab 2020 verfügbar. Es wäre deshalb unsinnig, wenn die Aussicht auf eine Technologie, die es noch nicht einmal gibt, den Bau von Kohlekraftwerken rechtfertigen würde." Zudem gebe es Gefahren bei einer unterirdischen Lagerung. Das Verfahren sei energieaufwendig. In der gesamten Kette von Verbrennung, CO2-Abtrennung, Komprimierung, Transport bis hin zur Verpressung würde der Wirkungsgrad um mindestens 13 Prozentpunkte auf etwa 35 Prozent sinken. Für eine Kilowattstunde Strom brauche man also wieder mehr Kohle als Rohstoff.
Sachsen-Anhalts Landesregierung muss protestieren. "Insbesondere die SPD mit ihren neuerlichen Aussagen zu CCS-Technologie kann Worten Taten folgen lassen", so Dalbert. Mit ihrem Rückschritt in der Energiepolitik gefährde die Bundesregierung zudem den Jobmotor Erneuerbare Energien, der in Sachsen-Anhalt ins Stocken gerate.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt sind der Bürgerinitiative "Kein CO2-Endlager Altmark" beigetreten.