Kinder mit und ohne Förderbedarf haben das Recht, gemeinsam zu lernen
"Die Zahlen bestätigen erneut, dass Sachsen-Anhalt stark zurückliegt, was den gemeinsamen Schulbesuch von Kindern mit und ohne speziellen Förderbedarf angeht", so Claudia Dalbert, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Nicht hinnehmbar sei, dass das Land die hervorragende Ausgangssituation verspiele, nämlich dass nahezu alle Kinder mit speziellem Förderbedarf gemeinsam mit Kindern ohne einen solchen in den Kindergarten gehen.
Die gute Ausgangssituation für den gemeinsamen Schulbesuch werde nicht genutzt. Dalbert: "Der gemeinsame Schulbesuch ist ein von der UN-Konvention garantiertes Recht der Kinder. Hier geht es nicht nur um körperliche Beeinträchtigung, sonder auch um Lernbehinderungen, emotionale Beeinträchtigungen und geistige Behinderungen."
Modellversuche im Grundschulbereich seien wichtig, reichten aber nicht aus. "Das Land ist gefordert, in allen Schulstufen, also bis einschließlich der 12. Klasse, einen gemeinsamen Schulbesuch zu ermöglichen. Im Land gibt es hervorragende Kompetenzen in den Förderschulzentren, die bei der Erarbeitung realitätstauglicher Konzepte zur inklusiven Beschulung heranzuziehen sind."
Auch müsse über die Lehrerausbildung neu nachgedacht werden. Alle angehenden LehrerInnen von der GrundschullehrerIn bis zur GymnasiallehrerIn müssten hinreichend auf die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne speziellen Förderbedarf ausgebildet werden. Der Rückbau der Förderschulen zugunsten eines gemeinsamen Schulbesuchs kann nur schrittweise erfolgen, aber es müssen jetzt klare Schritte in die richtige Richtung erfolgen.