Ortsumgehung Bad Kösen ist absurde Geldverschwendung
Minister Daehre offenbart minimale Auslastung der geplanten Straße
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Daehre auf, die Pläne für die geplante Ortsumgehung der B 87 bei Bad Kösen zurück zu nehmen. Am Montag 6.12.2010 hatte der Minister auf einer Informationsveranstaltung in Bad Kösen offenbart, dass nur 1500 Fahrzeuge täglich auf die neue Straße verlagert werden. Dem gegenüber stehen Investitionskosten von mindestens 80 Millionen Euro. "Würde die Amortisation auf 30 Jahre umgelegt, kostete jede Autofahrt auf der der Ortsumgehung 7,45 Euro" rechnet der Landesvorsitzende Christoph Erdmenger vor. "Das könnte ein neuer persönlicher Rekord in mangelnder Wirtschaftlichkeit von Herrn Daehres Projekten werden."
Der Landtagskandidat im Wahlkreis Naumburg Frank Albrecht erklärt: "Das Ministerium in Magdeburg muß die Realititen vor Ort zur Kenntnis nehmen.
Ein wunderschönes Tal soll verschandelt werden - und es rechnet sich nicht einmal wirtschaftlich. Vielmehr soll eine neue Verkehrserhebung Aufschluß bringen." Die Verkehrszahlen in Bad Kösen hätten sich grundlegend geändert. Vor 15 Jahren habe es hier noch einen ebenerdigen Bahnübergang und 15.000 Autos auf der Straße gegeben. Heute führen keine 8000 Autos mehr auf der B 87, weil sich die Verkehrsströme verlagert haben.
Schon die offizielle Kosten-Nutzen-Analyse der Bundesregierung war 2002 zu dem Ergebnis gekommen, dass lediglich ein Nutzenfaktor von 1,6 erreicht werde. Damals wurde mit einer Verlagerung von 5000 Autos gerechnet. Die Berechnung der Grünen zu den heutigen Kosten pro Autofahrt fußt auf sehr vorsichtigen Annahmen. So sind die Projektkosten nur wie geplant angenommen. "Solche Kosten erhöhen sich eigentlich immer im Zuge der Bauphase." sagt Verkehrsexperte Erdmenger. Zudem haben die Bündnisgrünen nur mit einer minimalen Verzinsung von 3% gerechnet, wie es im Bundesverkehrswegeplan üblich sei. Schliesslich sind weder Unterhaltskosten noch die Instandhaltung berechnet. Das vorgesehene Geld solle daher in den Ausbau bzw. die Instandsetzung des vorhandenen Straßennetzes gehen, um damit eine Lärmentlastung der Städte Naumburg und Bad Kösen zu erreichen.