Namen der Betriebe nicht verheimlichen
Zum aktuellen Dioxin-Skandal und der Weigerung der Landesregierung Sachsen-Anhalts, die gesperrten Betriebe zu nennen, erklärt Christoph Erdmenger, Landesvorsitzender:
"Sachsen-Anhalt ist massiv von dem Dioxin-Skandal betroffen. Wenn jetzt die Namen der betroffenen Betriebe verschwiegen werden, schadet das dem Ruf der gesamten Ernährungswirtschaft im Land. Zudem ist es für die Verbraucher unerträglich, wenn sie nicht erfahren, ob ihre Produkte evtl. belastet sind. Wir fordern die Landesregierung daher auf, die Namen der Betriebe zu nennen. Insbesondere sollte das Land dem Vorbild Nordrhein-Westfalens folgen und die Nummerncodes eventuell betroffener Eier bekannt geben.
Der Dioxin-Skandal offenbart einmal mehr die Wirklichkeit der industriellen Landwirtschaft. Es ist ein Offenbarungseid der verfehlten Agrarpolitik der CDU/CSU. Vor zehn Jahren haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als Antwort auf BSE die Agrarwende eingeleitet und für mehr Transparenz, Verbraucherschutz und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gesorgt. Die CDU hat die Agrarwende beendet und setzt wieder systematisch auf Massentierhaltung und Agrarfabriken.
So hat die Bundesregierung eigens eine Exportbeauftragten ernannt, um den Export von Billigfleisch aus Deutschland anzukurbeln und Deutschland zum Fleischexportweltmeister zu machen. Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Ökolandbauforschung faktisch abgeschafft. In der EU-Agrarpolitik gehört Landesminister Aeikens zu den größten Gegnern einer ökologischen Reform der Agrarzahlungen und betätigt sich als Lobbyist für große Tierfabriken."