Aktuelle Strompreiserhöhungen auch in Sachsen-Anhalt ungerechtfertigt
Die von vielen Energieversorgern zu Beginn des Jahres 2011 angekündigten Strompreiserhöhungen von rund sieben Prozent sind auch in Sachsen-Anhalt ungerechtfertigt. Das bestätigt eine aktuell vorgelegte Studie im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion. Zu ähnlichen Ergebnissen kam der Präsident der Bundesnetzagentur kürzlich bei Vorstellung des Monitoringberichts der Aufsichtsbehörde.
Dazu Dorothea Frederking, energiepolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt: "Die Strompreisanbieter haben die jüngsten Preiserhöhung mit der steigenden Umlage für Strom aus Erneuerbaren Energien begründet. Die "EEG-Umlage" ist durch den Erfolg der Erneuerbaren Energien in der Tat um 1,5 Cent je Kilowattstunde gestiegen. Dem gegenüber stehen jedoch laut Studie der Grünen Bundestagsfraktion erhebliche strompreissenkende Effekte, so dass der Strompreis eigentlich sogar um bis zu 3 Cent je Kilowattstunde gesenkt werden könnte."
Der Strompreis könnte gesenkt werden, weil unter anderem die Beschaffungskosten an der Strombörse gesunken sind. Ein Grund sei der zunehmende erneuerbare Strom, so dass teure Spitzenlastkraftwerke nicht mehr so oft zugeschaltet werden müssen. Für Frederking heißt dies, dass die Stromkunden deshalb die erneuerbaren Energien durch ihren eigenen Einkauf unterstützen und zu einem Ökostromtarif wechseln sollten. Bei den Städtischen Werken Magdeburg koste beispielsweise bei einem Durchschnittsverbrauch die Kilowattstunde Ökostrom 22,31 Cent – während der Nicht-Ökostromtarif mit 22,11 Cent nur unwesentlich billiger sei.
Frederking erklärt: "Es ist unanständig, wenn Energieversorger den Ausbau der Erneuerbaren Energien seit Jahren immer wieder als Begründung für Strompreiserhöhungen missbrauchen, das Geld in Wahrheit aber in den Konzernkassen landet. Tatsächlich haben sich die Gewinnmargen der großen Stromversorger seit 2006 verdreifacht. Hier wäre Ehrlichkeit gegenüber den Kundinnen und Kunden das eigentliche Gebot."
Die von der Grünen Bundestagsfraktion in Auftrag gegebene Studie kommt zum Ergebnis, dass die Preiserhöhungen der Energiekonzerne ungerechtfertigt sind. Von 2008 bis heute sind die Preise an der Strombörse um 30 - 40 Prozent gesunken. Bei den Endkunden sind die Preisrückgänge aus dem Strommarkt nicht angekommen. Durch die nicht nachvollziehbaren Preiserhöhungen zahlen die Verbraucher in 2011 deutschlandweit rund zwei Milliarden Euro zu viel an die Stromversorger.