Die Schule öffnet um sieben, der Unterricht beginnt um neun
"Ab morgen, dem ersten Schultag des neuen Schuljahres in Sachsen-Anhalt, bewältigen die Schülerinnen und Schüler wieder eine gewaltige Umstellung ihres Tagesrhythmus. Auch wenn gerade in unserem Bundesland die gesamte Organisation der Schullandschaft zu schwierigen Umstellungen geführt hat, könnte eine kleine Veränderung alle Beteiligten etwas entspannen: Die Schule öffnet um sieben, der Unterricht beginnt um neun." erklärte Landesvorsitzende Inés Brock zum Schulanfang.
Die Schule fängt in Deutschland viel zu früh an. Morgens um acht Uhr sind Jugendliche nach wissenschaftlichen Erkenntnissen meist noch gar nicht fit. Erst eine Stunde später sind Geist und Konzentration voll da. Ein zu früher Schulbeginn beeinträchtigt also die Leistungsfähigkeit und ist deshalb pädagogisch nicht sinnvoll. Der Schulanfang richtet sich derzeit eher nach den Arbeitszeiten berufstätiger Eltern, als nach den biologischen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen.
"Schulen sollten ab sieben Uhr geöffnet sein, der Unterricht aber erst um neun Uhr beginnen. Frühaufsteher können vor dem Unterricht in der Schule gemeinsam frühstücken. Nach dem Mittag haben Kinder und Jugendliche ihr zweites natürliches Leistungshoch und lernen effektiver als in den Morgenstunden, deshalb macht es Sinn den Unterricht nach dem Modell der Ganztagsschule auf den Nachmittag auszudehnen.
Die Einführung von Unterrichtszeiten nach dem natürlichen Rhythmus der Kinder sollte in einer Modellphase ausprobiert werden. So könnte unser Bundesland mit positivem Beispiel vorangehen. Ausgeschlafene Schülerinnen und Schüler sind nicht nur gesünder, sie bringen auch bessere Leistungen."