Gen-Mais-Versuche: Mär von der Harmlosigkeit
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt fühlen sich in ihrer Kritik an der Gentechnik-Offensive der Landesregierung ein weiteres Mal bestätigt. "Die Ergebnisse des so genannten Erprobungsanbaus einer gentechnisch veränderten Maissorte zeigen, dass der Schutz benachbarter Felder vor Kontaminationen nicht zu bewerkstelligen ist", so Sören Herbst, Mitglied des Landesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. "Es ist wichtig, dass das Gentechnik-Gesetz jetzt zügig vom Bundestag beschlossen wird, um gesetzliche Koexistenz-Regelungen festzulegen."
Die dürftigen Ergebnisse der InnoPlanta-Studie als Erfolg zu feiern, sei hochgradig unseriös. "Die Gentechnik-Lobby will die Menschen für dumm verkaufen, erzählt sie ihnen doch die Mär von harmlosen Gen-Pflanzen", so Herbst. Das werde nicht funkionieren. Herbsts Kritik: In Ausführung und Dokumentation ist die Studie völlig unzureichend, weil nur wenige Parameter genau untersucht wurden. Die weitere Verarbeitungs- und Transportstrecke wurde gar nicht berücksichtigt und nur Felder im unmittelbaren Umfeld wurden auf Kontamination untersucht. Dabei hätten zumindest stichprobenartig auch viel weiter entfernte Felder unter die Lupe genommen werden müssen.
Herbst: "Die erschreckenden Verunreinigungen in der unmittelbaren Nachbarschaft der Gen-Felder zeigen, dass Schutz unmöglich ist und sich sogar die schweren Mais-Pollen unkontrolliert ausbreiten können. Abstände von bis zu 60 Meter haben sich als praktisch vollkommen nutzlos erwiesen. Auch die im Vorfeld von InnoPlanta angepriesenen verschiedenen Blütezeiten haben Kontamination nicht verhindern können."
Das Gen-Trio Wernicke, Rehberger und Schrader sei den Leuten Antworten schuldig: Wieviel Seuergelder will die Landesregierung noch in nutzlose Experimente der Agro-Gentechnik stecken? Wie bringen sie die erschreckenden Studien-Ergebnisse mit ihrer Blockadehaltung im Bundesrat gegen das Gentechnik-Gesetz in Einklang?
Hintergrund: Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte das neue Gentechnik-Gesetz, das erstmals klare und verbindliche Regeln für den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) vorschreibt, im Bunderat blockiert. Damit sanktioniert die Böhmer-Regierung den Verbraucherschutz und schädigt die gentechnikfrfeie Landwirtschaft. Morgen soll der Einspruch des Bundesrates im Bundestag zurückgewiesen werden. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt begrüßen, dass das Gesetz dann endlich Wirklichkeit und der unkontrollierbare GVO-Wildwuchs eingedämmt werden kann.