PM Nr.125-05 vom 17.11.2005

Zum "Männerüberschuss" in Sachsen-Anhalt

"Im heute in der Mitteldeutschen Zeitung veröffentlichten Bericht über Frauenmangel in Sachsen-Anhalt wird ein hilfloser Raumordnungsminister zitiert", so Inés Brock, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Dass Minister Daehre nichts anderes einfalle, als junge Frauen etwa mit Wohneigentum im Land festhalten zu wollen, sei erschreckend provinziell. Brock: "Mobilität ist in der globalisierten Welt ein Wert. Ohne den Blick über die eigene Herkunftsregion hinaus können viele Menschen nicht erfolgreich im Beruf sein."

Zeitverträge und gelockerter Kündigungsschutz würden den Berufseinstieg von jungen Menschen prägen. "Dass die Frauen damit nachweislich besser umgehen können, zeigt, dass es viel eher notwendig ist, jungen Männern mehr Angebote zu machen. Frauen festhalten zu können, stammt lediglich aus der Vorstellungswelt älterer Herren", so Brock.

Die bündnisgrüne Landesvorsitzende warf der Landesregierung vor, die Zeichen der Zeit nicht verstanden zu haben. "Im Umgang mit dem negativen Wanderungssaldo ist keine Strategie der organisierten Zuwanderung erkennbar. Um die Binnenwanderung in Deutschland auch nach Sachsen-Anhalt anzukurbeln, muss die Attraktivität der Regionen im Land gesteigert werden. Dann wirkt der Ruf auch über die Landesgrenzen hinweg."


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