PM Nr.136-05 vom 15.12.2005

Gefährliche Genmais-Sorten zugelassen

Trotz strittiger Rechtslage hat das Bundessortenamt drei gentechnisch veränderten Maissorten der Linie Mon810 die Zulassung erteilt. "Während das Landwirtschaftsministerium unter Renate Künast ökologische und gesundheitliche Bedenken klären wollte, ging es nun unter dem neuen Bundesminister Horst Seehofer (CSU) recht flott zur Sache", stellt Sören Herbst, Mitglied des Landesvorstandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fest.

Erst im Frühsommer hatten die EU-Umweltminister beschlossen, das Einfuhrverbot einiger Staaten, wie Österreich und Ungarn, gegen die Genmaissorte MON810 aufrecht zu erhalten.

Der gentechnisch veränderte Mais produziert ein Gift gegen den Schädling Maiszünsler. Doch: Neue Studien in Italien zeigen, dass die Bestandteile des Genmais bei Schweinen in Blut, Leber und Niere nachgewiesen werden konnten. Eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz wies im Laborversuch negative Auswirkungen auf Schmetterlinge nach.

Eben diese Genmaissorte wurde in Sachsen-Anhalt auch in diesem Jahr wieder versuchsmäßig großflächig angebaut. Herbst: "Ministerpräsident Böhmer setzt die Bügerinnen und Bürger des Landes einem Risiko aus, das andere Staaten als so hoch einschätzen, dass kein Saatgut dieser Sorte über ihre Grenzen gelangen darf." BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sehen mit der Entscheidung des Sortenamtes die falsche Weichenstellung zementiert, die die Landesregierung mit ihrer Gentechnik-Offensive gestellt hat. Herbst: "BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich vehement dafür ein, dass Sachsen-Anhalt nicht länger ein Versuchsfeld der Gentechnik-Lobby und profitorientierten Agrar-Konzerne bleibt. Der Spuk muss ein Ende haben."


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