BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt warnen die FDP in Sachsen-Anhalt davor mit unbedachten Äußerungen zu den steigenden Energiepreisen, den Atomausstieg Rückgängig machen zu wollen. Landesvorstandsmitglied Sören Herbst kritisierte Äußerungen des FDP-Landtagsfraktionsvorsitzenden, Veit Wolpert, den Energiemix neu bewerten zu wollen, damit angeblich sichere Kraftwerke weiter am Netz bleiben. Wolpert sei gefordert klar zu sagen, ob er mit herkömmlichen Kraftwerken – Atomkraftwerke meine und diese länger als im Atomkonsens vertraglich vereinbart am Netz belassen wolle oder wie der Bundeswirtschaftsminister Glos (CSU) gar den Neubau von Kernkraftwerken plane, so Herbst weiter.

Sören Herbst verurteilte die Äußerungen von Wolpert und Glos, die wenige Monate vor dem 20. Jahrestag des Reaktorunfalls und GAU in Tschernobyl kontraproduktiv und unüberlegt seien. Die SPD in Sachsen-Anhalt forderte Herbst auf, den Kurs der Ablehnung einer Laufzeitverlängerung auf jeden Fall beizubehalten.

Die Verlängerung von AKW-Laufzeiten oder gar der Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland bedeute das Aus für die Energiewende. Ein Rückfall in die "Energiepolitische Steinzeit" werde Generationen von Steuerzahlern um Milliarden mehr belasten. In der Bevölkerung gebe es keine Akzeptanz für derartige Pläne, 73 Prozent der Deutschen lehnten die Kernenergie ab. Deutschland müsse seine Vorreiterrolle bei den Erneuerbaren Energien auf dem Weltmarkt ausbauen. Sachsen-Anhalt könne als Modellland für die natürlichen Energieressourcen und nachwachsenden Rohstoffe einen gewichtigen Teil dazu beitragen und noch dazu Arbeitsplätze schaffen.

Herbst: "Die FDP in Sachsen-Anhalt betreibt unter dem Deckmantel, dass es in Sachsen-Anhalt keinen AKW-Standort gibt, ein Vabanquespiel mit dem Umweltschutz, Steuergeldern und der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Der Atomausstieg muss fortgesetzt werden. Der Einstieg in die Atomenergie in Sachsen-Anhalt sei geradezu grotesk. Das 'Bayerische Strahlen-Modell', wonach 65 Prozent des Stroms aus Atomkraft stammen, ist kein gutes Beispiel - nicht für Deutschland und nicht für Sachsen-Anhalt!