Zum wiederholten Male schmückt sich Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke mit grünen Federn. Das Wachstum in der Biolandwirtschaft erkennt sie nicht etwa als Folge verbesserter Rahmenbedingungen, die in Zeiten der rot-grünen Bundesregierung, vornehmlich durch Wirken der grünen Bundesministerin Renate Künast entstanden. Nein, Wernicke lobt die Förderpolitik des Landes Sachsen-Anhalt. "Frau Wernicke schmückt sich mit Erfolgen in der Biolandwirtschaft. Gleichzeitig gefährdet die Landesregierung mit ihrer Agro-Gentechnik-Offensive die Existenz der Bio-Landwirte", so Ralf-Peter-Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Weber hilft der Wahrnehmungsfähigkeit der Ministerin auf die Sprünge: "Das grüne Verbraucherschutzministerium verbesserte die Förderbedingungen für BIO: durch eine erhöhte Förderung der Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, durch speziell auf den Ökolandbau ausgerichtete Agrarumweltmaßnahmen, durch die besondere Förderung der Vermarktung von Produkten aus dem ökologischen Landbau und insbesondere durch das Bundesprogramm ökologischer Landbau. "Sich lediglich damit auf die Schulter zu klopfen, vorhandene Fördertöpfe ausgeschöpft zu haben, ist armselig", so Weber in Richtung Ministerin.
Mit Sorge sehen die Bio-Landwirte die von der Landesregierung verfolgte Gentechnik-Offensive. "Diese Politik gefährdet den Absatz von Bio-Produkten", so Weber. Einige Abnehmer verlangen den Nachweis, dass die Produkte aus gentechnikfreien Regionen kommen. "Diesen Nachweis kann in Sachsen-Anhalt bald niemand mehr erbringen. Ohne Not bringt sich das Land um einen Wettbewerbsvorteil", sagte Weber.