"Ministerpräsident Böhmer soll sich klar und unmissverständlich äußern, ob die Landesregierung die Forderung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, ein kostenfreies Kindergartenjahr einzuführen, unterstützt", so die bündnisgrüne Landesvorsitzende Inés Brock. Bisher sei das Handeln von CDU und FDP in dieser Frage orientierungslos. Brock forderte von Ministerpräsident Böhmer Aufklärung, wohin sein kinder- und familienpolitischer Kurs führe. "Die Arbeitsteilung in der Landesregierung ist bisher so gelaufen, dass der FDP-Sozialminister Forderungen erhebt, die dann nicht umgesetzt werden. Damit muss Schluss sein."
Welche Folgen eine große Koalition auf Landesebene haben könnten, zeichne sich zudem am derzeitigen Streit zwischen SPD und CDU im Bund ab, wann die finanzielle Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten denn nun gelten solle - ob vom ersten Euro an, wie von der SPD jüngst gefordert oder nach Alter gestaffelt, wie von der CDU bevorzugt. Brock: "Die Folgen dieser großkoalitionären Streitigkeiten werden auf dem Rücken der Eltern und Kinder ausgetragen." Dies dürfe und könne kein Zustand in Sachsen-Anhalt werden.
"Eltern und Kinder haben Anspruch auf klare Verhältnisse", so Brock weiter. "Wer Kinder in den Mittelpunkt stellen will, muss den Worten auch Taten folgen lassen." Die bisherige Diskussion in Sachsen-Anhalt stelle Kinder und berufstätige Eltern ins Abseits.