Ein ganzjährig rentabler Gütertransport auf der Elbe ist und bleibt Illusion

CDU-Abgeordneter Schröder irrt mehrfach

Zur Verlautbarung des CDU-Landtagsabgeordneten Schröder zur Klimafolgestudie äußert sich Dr. Ralf-Peter Weber, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

"Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, André Schröder, bezeichnet die Ergebnisse der gestern vorgestellten Studie des Potsdamer Institutes für Klimafolgenforschung als "spekulative Langzeitbetrachtungen". Damit hat sich Herr Schröder offenbart: Er hat die Studie gar nicht gelesen! Die Autoren der Studie haben nämlich keine `spekulativen´ Prognosen angestellt, sondern in erster Linie die Daten der letzten 100 Jahre - also der Vergangenheit - ausgewertet: Das Ergebnis: Die Temperaturen steigen, die Niederschläge nehmen ab und die Niedrigwasserzeiten der Elbe nehmen zu - ein ernstes Problem für den Güterverkehr auf der Elbe. Was ist daran spekulativ, Herr Schröder?

Der von Herrn Schröder angeführte Bau der Niedrigwasserschleuse im Magdeburger Hafen ist der beste Beweis, dass das Niedrigwasser der Elbe immer öfter zum Problem für die Schifffahrt wird. Die Schleuse soll nämlich den Magdeburger Hafen von der Elbe abriegeln, damit die Hafenbecken bei Niedrigwasser der Elbe nicht leerlaufen. Damit wird sichergestellt, dass der Gütertransport vom Magdeburger Hafen direkt zum Mittellandkanal ganzjährig und vollschiffig erfolgen kann. Die Elbe verliert damit weiter als Wasserstraße an Bedeutung. Ein ganzjährig rentabler Gütertransport ist und bleibt auf der Elbe Illusion. Die Wirtschaft hat diesen Tatbestand schon verstanden und verabschiedet sich mehr und mehr von der Elbe als Verkehrsweg. So hat sich der Güterverkehr in den letzten 10 Jahren auf der Elbe durch Magdeburg halbiert. Wenn Herr Schröder die Augen offengehalten hätte, hätte er es sogar vom Landtagsgebäude aus verfolgen können."

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