Landesfachgruppe Ökologie

"Was kümmert mich die Nachwelt- hat sie sich je um mich gekümmert!?"

Diesen Satz formulierte einmal Graucho Marx, doch das muß schon sehr lange her sein....

Für uns heute ist der Begriff der Ökologie ein Wert der modernen Gesellschaft geworden, ohne den wir im alltäglichen Leben nicht mehr auskommen. Ökologie ist nicht nur die Lehre von den Zusammenhängen auf unserer Erde, sondern der Begriff steht stets im Kontext unseres Handelns, das immer nach vorne ausgerichtet ist. Das, was wir heute tun, hat seine Auswirkungen in naher oder auch ferner Zukunft. Unser Handeln ist zwar zielorientiert an unseren derzeitigen Bedürfnissen, beeinflußt jedoch mehr oder weniger unser Leben von morgen....

Sicherlich gibt es da Unterschiede, je nach Umfang unserer Aktivitäten, aber in unserer hochtechnisierten Welt im Zentrum von Europa ist Vieles sehr regelmäßig und selbstverständlich geworden: Es ist selbstverständlich mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, genauso wie es "normal" ist, daß unsere Heizung Wärme spendet oder aber dass der "Strom aus der Steckdose kommt". Das war nicht immer so und unsere Gesellschaft hat viele Jahrhunderte gebraucht, um das Normale zum Alltäglichen zu machen.

Dieses alles hat jedoch seinen Preis: Unsere Fahrzeuge benötigen Kraftstoff, unsere Heizung wird in den meisten Fällen mit Erdöl oder Gas betrieben und unser Strom wird meist aus Kohle, Öl oder Atomkraft erzeugt. Das sind alles nicht-nachwachsende Rohstoffe, die nur begrenzt auf dieser Erde zur Verfügung stehen und bei deren Bergung immer mehr Aufwand betrieben werden muß. Die Lieferketten werden aufgrund der Transporte immer länger, die Verbrennungen erzeugen immer mehr Kohlendioxid und natürliche Landschaften werden immer mehr zerstört.

Allein der Klimawandel, hervorgerufen durch die Verbrennungsprozesse, kostet jährlich weltweit 5% des Bruttosozialproduktes, um die Folgekosten bei ungebremster Erwärmung der Erde zu decken. Setzen wir den Hebel früher an, stellen unsere Technologien und Bedürfnisse um, würden wir nur 1% dieses Satzes zahlen. Investitionen in die Zukunft zahlen sich also heute schon aus!

"Die Natur wächst, also unsere Wirtschaft auch!?"

Viele sprechen davon, daß es uns nur durch Wirtschaftswachstum gut gehen kann, aber wohin soll die Wirtschaft bei sinkender Bevölkerungszahl in den Industrieländern denn wachsen? Wollen wir immer mehr Autos produzieren, damit am Ende jeder Mensch dieser Erde damit mobil sein kann? Oder sollen wir immer mehr Konsumgüter herstellen, die uns die Werbung als unverzichtbar suggeriert?

Die Grenzen dieses Wachstums sind auf den Platz unserer Erde und die Verfügbarkeit unserer Ressourcen begrenzt, aber auch auf die Luft zum Atmen und die Endlichkeit unserer Wasservorräte. 65% der Deutschen räumen dem Umweltschutz Vorrang vor dem Wirtschaftswachstum ein, 72% wollen, daß trotz Wirtschaftskrise an den Klimaschutzzielen festgehalten wird und sogar 87% sind bereit einen persönlichen Betrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

Diese Zahlen sprechen für sich und ermutigen uns, beim heutigen Handeln an Morgen zu denken. Die Bewahrung der Schöpfung steht insbesondere im naturwissenschaftlichen Sinne für uns an erster Stelle. Jedes Tier, jede Pflanze und jeder Organismus hat seine Funktion in unserem ökologischen System, die alle einander bedingen. Wir beklagen das Aussterben von Tierarten, aber nicht den täglichen Verbrauch an Landschaft für Verkehrsachsen; wir setzen immer mehr Chemie ein, um uns von lästigen Parasiten zu schützen anstatt zu fragen, warum diese so massenhaft auftreten; wir kaufen immer mehr Elektrogeräte, ohne zu bedenken, daß diese elektrischen Strom benötigen und bei der Herstellung bereits benötigt haben.

Umwelt und Naturschutz. Weltkugel nur noch halb ueber der Wasseroberflaeche

Trotz unserer modernen Errungenschaften verzweifeln wir an Lebenskrisen, an neuen Krankheiten, an Wetterkapriolen und am Materialismus. Auch in dieser Beziehung sehen wir, daß mehr Wachstum nicht automatisch mehr Wohlstand bedeutet. Die Zufriedenheit einer Gesellschaft wird nicht automatisch am Wirtschaftswachstum festgemacht. Verzicht bedeutet manchmal mehr Lebensqualität und die Besinnung auf alte Traditionen und Wertigkeiten kann mehr Zufriedenheit erzeugen, als die vollständige Hingabe unseres Lebens in eine höchsttechnisierte Welt von Abhängigkeiten, die wir kaum mehr nachvollziehen können.

Die Landesfachgruppe beschäftigt sich mit all diesen Themen, die jedes für sich betrachtet ein Stück, und allesamt in der Summe dazu beizutragen, die Welt von heute immer ein wenig mehr zu beschützen, um NEUES gesellschaftsfähig zu machen, um die Welt für morgen lebenswert zu erhalten.   

Wir kümmern uns um die Welt von heute, weil wir morgen schon ein Stück der Nachwelt sind und übermorgen nicht sagen wollen: "Jetzt haben uns unsere Versäumnisse von vorgestern eingeholt!"

Verantwortungsbewusstes Sein und Handeln bedeutet sich stets darüber im Klaren zu sein, dass wir nur diese eine Erde haben, auf der wir morgen noch weiterleben wollen.

Helfen Sie mit- geben Sie uns weitere Anregungen- lassen Sie uns wissen, was Sie zu diesem Thema bewegt.

Frank Albrecht, März 2010 ( Sprecher der Landesfachgruppe Ökologie)

Anschrift: 

BÜNDNIS 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt
Landesfachgruppe Ökologie

Landesgeschäftsstelle Bündnis 90/Die Grünen
(Ansprechpartner: Frank Albrecht)  
Otto-von-Guericke-Str. 42 a
39104 Magdeburg           
Telefon:        0391/401 55 39 oder 0172/34 2 2821    
Email:            fr.albrecht(at)freenet.de

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