Gerechtigkeit - ein Gesellschaftsspiel? Zu Gast ist Cem Özdemir (11.05.09)

In der Reihe Vortrag & Diskussion der Grünen Hochschulgruppe Magdeburg spricht der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Europaabgeordnete Cem Özdemir über Gerechtigkeit in Zeiten der globalen Krisen. Im Anschluss daran zeigen wir den preisgekrönten Film "the Corporation". Der Eintritt ist frei.

Datum: 11.05.2009

Uhrzeit: 19:15 Uhr

Ort: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Hörsaal 1, Gebäude 26

cem md 2009 

Cem Özdemir

Cem Özdemir, geb. 1965 in Bad Urach (Kreis Reutlingen), verheiratet, eine Tochter, ist Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und Abgeordneter des Europäischen Parlaments (Die Grünen / Freie Europäische Allianz). 1994 wurde Özdemir als erster Abgeordneter türkischer Herkunft in den Deutschen  Bundestag gewählt, dem er zwei Legislaturperioden lang bis 2002 angehörte. Im Jahr 2003 war er als "Transatlantic Fellow" beim US-Think Tank "German Marshall Fund of the US", Washington DC. In dieser Zeit befasste er sich mit den transatlantischen Beziehungen und mit der politischen Selbstorganisation ethnischer Minderheiten in den USA und Europa. Für seinen gesellschaftlichen Beitrag ist er vom World Economic Forum im Jahr 2002 zum "Global Leader for Tomorrow" ernannt worden und wurde 1997 vom SFB-Radio (heute RBB) als "Multikulti-Mann des Jahres" ausgezeichnet. 1996 erhielt er die Theodor-Heuss-Medaille und den Civis Media-Preis für seine Integrationspolitik und seinen Einsatz für ein vorurteilsfreies Zusammenleben von Deutschen und Migranten.

Homepage von Cem Özdemir: www.oezdemir.de

The Corporation

Profit geht über Moral – das zynische Fazit aus Ridley Scotts Horrorklassiker "Alien" von 1979 sieht "The Corporation" in der realen Wirtschaftswelt bestätigt. Eigentlich nichts Neues, jedoch basiert der nur scheinbare Dokumentarfilm, der vielmehr als Thesenfilm verstanden werden kann, auf einem gleichnamigen Buch von 2004, das den Titelzusatz "The Pathological Pursuit of Profit and Power" trägt. Der Harvardabsolvent Joel Bakan vertritt darin den originellen Ansatz, dass eine Corporation als psychopatische Persönlichkeit definiert werden kann. Bakans globalisierungskritisches Psychogramm hat die US-amerikanische Rechtsprechung zur Grundlage, die eine Corporation juristisch als Individuum einstuft. Aussagen von Vertretern der Wirtschaft, Menschenrechtlern, Philosophen, Reportern und nicht zuletzt von Wirtschaftswissenschaftlern werden gegenübergestellt. Deutlich skizziert der allgegenwärtige Off-Kommentar die Thesen des Films, die, im Gegensatz zu den plumpen Manipulationsversuchen eines Michael Moore, angenehm rational, jedoch nicht minder unterhaltsam dargeboten werden. Erst gegen Ende bricht der Film mit diesem Modus und gestaltet sich, unter Mitwirkung von einigen Befragten, als Aufruf zum politisch motivierten, moralischen Handeln.

Homepage zum Film "The Corporation": www.thecorporation.com

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftg. Sachsen-Anhalt im Rahmen der Campus-Tour 2009 statt.

 

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